Triglyceride: Normwerte, Ursachen und was sie senkt

Triglyceride sind Neutralfette im Blut, die aus der Nahrung stammen und auch in der Leber gebildet werden. Das Gesundheitsportal gesundheit.gv.at nennt als Referenzwert nüchtern unter 150 mg/dL; nach der Einteilung im Österreichischen Lipidkonsensus 2026 gelten Werte ab 500 mg/dL als stark erhöht. Meist stecken Ernährung, Alkohol, Übergewicht oder ein Diabetes dahinter, seltener eine erbliche Störung. Diese Seite zeigt die Einteilung als Tabelle, die häufigen Ursachen und was Lebensstil und Medikamente laut Lipidkonsensus bewirken.

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Normwerte: Tabelle von optimal bis extrem erhöht

Das Gesundheitsportal gesundheit.gv.at nennt für Erwachsene einen Referenzwert unter 150 mg/dL im Nüchternblut; er gilt für Menschen mit geringem Herz-Kreislauf-Risiko. Der Österreichische Lipidkonsensus 2026 verwendet eine feinere Einteilung nach einem Konsensuspapier der Europäischen Atherosklerose-Gesellschaft. Andere Fachgesellschaften stufen teilweise etwas anders ein.

EinteilungTriglyceride
Optimalunter 100 mg/dL
Grenzwertig100 bis 149 mg/dL
Moderat erhöht150 bis 499 mg/dL
Stark erhöht500 bis 880 mg/dL
Extrem erhöhtüber 880 mg/dL

Nüchtern oder nicht: so wird richtig gemessen

Triglyceride hängen stark von der letzten Mahlzeit ab: Ein bis sechs Stunden nach dem Essen liegen sie im Schnitt um etwa 26 mg/dL höher. Für ein gewöhnliches Lipidprofil hält der Lipidkonsensus eine Blutabnahme ohne Nüchternheit für vertretbar. Sind die Triglyceride erhöht, wird dagegen nüchtern gemessen, pragmatisch acht bis zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit. Das Gesundheitsportal empfiehlt für Blutfettwerte grundsätzlich mindestens acht Stunden ohne Kalorienzufuhr; welche Vorgabe gilt, sagt Ihnen Ihr Labor.

Über 400 mg/dL lässt sich das LDL-Cholesterin nicht mehr zuverlässig aus den anderen Werten berechnen: Es fiele zu niedrig aus, und das Risiko würde unterschätzt. Dann sind das Non-HDL-Cholesterin, also Gesamtcholesterin minus HDL, oder das Apolipoprotein B die besseren Messgrößen. Welche LDL-Zielwerte je nach Risiko gelten, steht auf der Seite Cholesterin.

Warum hohe Triglyceride ein Risiko sind

Zwischen 150 und 500 mg/dL steigt das Herz-Kreislauf-Risiko laut Lipidkonsensus etwa linear mit den Triglyceriden an. Die triglyceridreichen Teilchen im Blut tragen auch Cholesterin und fördern so die Atherosklerose. Oft gehen hohe Triglyceride mit einem niedrigen HDL-Cholesterin einher; diese Konstellation ist typisch für Diabetes und tritt häufig schon auf, lange bevor der Langzeitzucker auffällig wird.

Sehr hohe Werte erhöhen außerdem das Risiko einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung; eine solche Pankreatitis tritt meist bei Werten deutlich über 880 mg/dL auf. Anzeichen sind laut gesundheit.gv.at plötzlich einsetzende, sehr starke Oberbauchschmerzen, oft mit Übelkeit und Erbrechen; behandelt wird im Spital. Bei starken, akuten Beschwerden rufen Sie die Rettung unter 144.

Häufige Ursachen erhöhter Triglyceride

Erbliche Veranlagungen sind verbreitet, die meisten erhöhten Werte haben aber Ursachen, die sich beeinflussen lassen. Der Lipidkonsensus nennt vor allem die folgenden Faktoren. Verordnete Medikamente setzen Sie deshalb nicht eigenmächtig ab; ob ein Wechsel sinnvoll ist, klärt Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt.

Selten sind ausgeprägt erbliche Formen. Das familiäre Chylomikronämiesyndrom betrifft etwa 1 bis 10 von einer Million Menschen und verursacht oft schon im Kindes- oder Jugendalter Werte über 880 mg/dL. Deutlich häufiger ist ein multifaktorielles Chylomikronämiesyndrom, bei dem Veranlagung und Faktoren wie Diabetes, Übergewicht oder Alkohol zusammenwirken.

  • Lebensstil: Alkohol, ein Überschuss an Kalorien, viele gesättigte Fette und rasch aufnehmbare Kohlenhydrate wie Fruchtzucker und Haushaltszucker, ausgeprägtes Übergewicht.
  • Erkrankungen: Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen, rheumatische Erkrankungen, HIV-Infektion, ein Hyperkortisolismus und Lipodystrophien.
  • Medikamente: Kortison und Östrogene, Isotretinoin, Betablocker und Thiazide, Antipsychotika, Immunsuppressiva und Gallensäurebinder.
  • Schwangerschaft: Die Triglyceride steigen dabei physiologisch um 50 bis 100 %.

Triglyceride senken: Ansatz bei den Ursachen

Weil die meisten erhöhten Werte sekundär entstehen, setzt die Behandlung laut Lipidkonsensus zuerst bei diesen Ursachen an. Das bedeutet in der Praxis: weniger Alkohol, weniger Zucker und rasch verfügbare Kohlenhydrate, weniger gesättigte Fette und Kalorien, eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht, eine gute Einstellung eines Diabetes und die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion. Medikamente ersetzen diese Schritte nicht, sondern ergänzen sie.

Bei sehr hohen Werten durch ein Chylomikronämiesyndrom reicht das nicht. Dann ist eine streng fettarme Ernährung nötig, beim familiären Chylomikronämiesyndrom meist mit weniger als 10 bis 15 % der täglichen Energie aus Fett; diese Form wird an spezialisierten Zentren behandelt.

Welche Medikamente infrage kommen

Im Vergleich zu LDL-senkenden Mitteln verringern die meisten triglyceridsenkenden Medikamente das Herz-Kreislauf-Risiko nicht. Bei hohem Risiko sind laut Lipidkonsensus deshalb Statine wie Atorvastatin, oft mit Ezetimib, die erste Wahl, auch wenn das LDL normal erscheint; die Kombination aus Statin und Ezetimib senkt die Triglyceride laut Lipidkonsensus um etwa 20 %. Mehr dazu im Ratgeber Cholesterinsenker.

Hochreines Icosapentethyl, ein Ethylester der Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure, verringerte in der Studie REDUCE-IT bei Menschen mit Gefäßerkrankung oder mit Diabetes und einem weiteren Risikofaktor sowie Triglyceriden von 135 bis 499 mg/dL zusätzlich zu einem Statin Herz-Kreislauf-Ereignisse um 25 %; dabei trat etwas häufiger Vorhofflimmern auf. Omega-3-Gemische aus Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure senken die Triglyceride um etwa 20 bis 30 %, zeigten unter Statinen aber keinen Nutzen für Herz und Gefäße. Laut Fachinformation von Omacor beginnt man mit 2 Kapseln täglich zu den Mahlzeiten; das Risiko für Vorhofflimmern steigt dosisabhängig, und bei Fischallergie ist Vorsicht geboten. Klassische Fischölpräparate enthalten laut Lipidkonsensus meist solche Gemische; bei gemischten Präparaten steigt das Risiko für Vorhofflimmern mit der Dosis, ohne Vorteil für Herz und Gefäße.

Fibrate senken die Triglyceride um 20 bis 50 %, verringerten in großen Studien aber weder Herz-Kreislauf-Ereignisse noch die Sterblichkeit. Bei Werten über 500 mg/dL können sie zur Vorbeugung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung erwogen werden, auch wenn randomisierte Studien dazu fehlen. Zusammen mit einem Statin wird Fenofibrat bevorzugt, weil das Risiko für Muskelschäden geringer ist als mit Bezafibrat. Laut Fachinformation von Lipcor beträgt die Dosis 200 mg einmal täglich; bei stark eingeschränkter Nierenfunktion darf Fenofibrat nicht angewendet werden. Alle genannten Arzneimittel sind in Österreich rezeptpflichtig.

WirkstoffWirkung auf die TriglycerideNutzen für Herz und Gefäße laut Lipidkonsensus
Statine, oft mit Ezetimibals Kombination aus Statin und Ezetimib etwa 20 % niedrigerbelegt, erste Wahl bei hohem Risiko
Icosapentethyl (hochreine Eicosapentaensäure)niedrigerbelegt in REDUCE-IT bei Triglyceriden von 135 bis 499 mg/dL zusätzlich zum Statin
Gemische aus Eicosapentaensäure und Docosahexaensäureetwa 20 bis 30 % niedrigerunter Statinen nicht belegt
Fibrateetwa 20 bis 50 % niedrigernicht belegt; zur Vorbeugung einer Pankreatitis bei Werten über 500 mg/dL erwägbar

Wann eine Abklärung vor Ort nötig ist

Erhöhte Triglyceride sind ein Laborbefund, der eingeordnet werden muss: Ein unerkannter Diabetes, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Nierenerkrankung lassen sich nur mit weiteren Untersuchungen klären. Bei Werten über 880 mg/dL, nach einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder bei Verdacht auf eine erbliche Form braucht es eine fachärztliche Abklärung. In solchen Fällen verweist der Arzt in der Regel an eine Ordination; ein Online-Rezept ersetzt diese Abklärung nicht.

Wer bereits ein Statin, ein Fibrat oder ein Omega-3-Präparat einnimmt und gut eingestellt ist, kann eine ärztliche Beurteilung für ein Folgerezept online anfragen; aktuelle Laborwerte kann der Arzt nachfordern. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Bezahlt wird die ärztliche Beurteilung, nicht ein bestimmtes Dokument. Bei einer Ablehnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen bekommen Sie das Honorar zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage; wir erinnern Sie daran und verlängern die Frist, wenn Sie das möchten. Kommt die Prüfung trotzdem nicht zum Abschluss, beenden wir die Anfrage und zahlen das Honorar in voller Höhe zurück. Das Privatrezept kommt als PDF per E-Mail, das Arzneimittel bezahlen Sie in der Apotheke selbst. Die Abgabe liegt im Ermessen der Apotheke, die jedes Rezept selbst prüft.

Medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Eine ärztliche Beurteilung Ihres Falls kann dieser Text nicht ersetzen.

Ab wann sind Triglyceride gefährlich?

Nach der Einteilung im Lipidkonsensus gelten Werte ab 150 mg/dL als moderat erhöht; zwischen 150 und 500 mg/dL steigt das Herz-Kreislauf-Risiko mit dem Wert. Ab 500 mg/dL spricht der Lipidkonsensus von stark, über 880 mg/dL von extrem erhöhten Werten; bei sehr hohen Werten steigt auch das Risiko einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Wie dringend gehandelt werden muss, hängt zusätzlich von Cholesterin, Blutzucker und Vorerkrankungen ab.

Was treibt die Triglyceride in die Höhe?

Am häufigsten Alkohol, viel Zucker und rasch verfügbare Kohlenhydrate, ein Kalorienüberschuss und Übergewicht sowie ein Diabetes. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen und Medikamente wie Kortison, Östrogene, Betablocker, Thiazide oder Antipsychotika kommen infrage. Seltener ist eine ausgeprägt erbliche Störung die Ursache.

Senkt Fischöl die Triglyceride?

Rezeptpflichtige Omega-3-Präparate in hoher Dosis senken die Triglyceride um etwa 20 bis 30 %. Einen Nutzen für Herz und Gefäße zeigte in Studien aber nur hochreines Icosapentethyl, nicht die üblichen Gemische aus Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure. Klassische Fischölpräparate enthalten meist solche Gemische, und bei gemischten Präparaten steigt laut Lipidkonsensus das Risiko für Vorhofflimmern mit der Dosis.

Sind hohe Triglyceride bei normalem LDL ein Problem?

Ja, vor allem bei hohem Herz-Kreislauf-Risiko. Das LDL allein unterschätzt das Risiko dann; Non-HDL-Cholesterin und Apolipoprotein B sind aussagekräftiger. Der Lipidkonsensus empfiehlt in dieser Lage bei hohem Risiko ein Statin, gegebenenfalls mit Ezetimib, und die konsequente Behandlung der Ursachen.

Muss ich für die Triglyceridmessung nüchtern sein?

Bei einem gewöhnlichen Lipidprofil ist das laut Lipidkonsensus meist nicht nötig. Sind die Triglyceride erhöht, wird nüchtern gemessen, also acht bis zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit. Viele Labors verlangen grundsätzlich Nüchternblut; fragen Sie vorher nach.

Wann wird nach Beginn einer Behandlung kontrolliert?

Laut Lipidkonsensus wird das Lipidprofil vier bis sechs Wochen nach Beginn oder Änderung einer Therapie kontrolliert. Bei Fenofibrat sieht die Fachinformation vor, andere Maßnahmen zu erwägen, wenn nach mehreren Monaten, etwa drei, keine ausreichende Wirkung erreicht ist.