Mounjaro, Wegovy und Ozempic im Vergleich

Ozempic und Wegovy enthalten denselben Wirkstoff Semaglutid, Mounjaro enthält Tirzepatid und wirkt zusätzlich am GIP-Rezeptor. Zur Gewichtsreduktion zugelassen sind in Österreich Wegovy, Saxenda und Mounjaro, nicht Ozempic. Alle Präparate sind rezeptpflichtig und werden unter die Haut gespritzt, Wegovy gibt es zusätzlich als Tablette; in der Indikation Übergewicht werden sie meist selbst bezahlt. Dieser Beitrag vergleicht Wirkstoffe, Zulassung, Anwendungsrhythmus, Nebenwirkungen und Kostenfrage und erklärt, was vor einer ärztlichen Verordnung beurteilt wird.

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Was unterscheidet Mounjaro, Wegovy und Ozempic?

Der Unterschied liegt im Wirkstoff und im Anwendungsgebiet, nicht im Marketing. Ozempic und Wegovy enthalten Semaglutid, Mounjaro enthält Tirzepatid, Saxenda enthält Liraglutid.

Semaglutid und Liraglutid ahmen das körpereigene Darmhormon GLP-1 nach. Sie verlangsamen die Magenentleerung, wirken auf das Sättigungsempfinden im Gehirn und verstärken die glukoseabhängige Insulinausschüttung. Tirzepatid greift zusätzlich am Rezeptor für das Hormon GIP an und wirkt damit an zwei Signalwegen des Zuckerstoffwechsels statt an einem.

Das Anwendungsgebiet trennt die Präparate deutlicher als die Chemie: Ozempic ist zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen, Wegovy zur Gewichtsregulierung, Mounjaro sowohl für Typ-2-Diabetes als auch zur Gewichtsregulierung. Wer Ozempic zum Abnehmen einsetzt, bewegt sich außerhalb der Zulassung. Verbindlich ist immer die aktuelle Fachinformation des jeweiligen Präparats, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG.

Mounjaro, Wegovy, Ozempic und Saxenda im Überblick

Die folgende Übersicht fasst die Angaben der jeweiligen Produktinformation zusammen. Die Ergebnisse stammen aus verschiedenen Studien mit unterschiedlicher Dauer und Teilnehmergruppe und lassen sich deshalb nur grob nebeneinanderstellen; direkte Vergleiche gibt es zwischen Mounjaro und Wegovy und zwischen Wegovy und Saxenda, beschrieben in den folgenden Abschnitten.

Grundlagen zur Wirkweise dieser Wirkstoffgruppe erklärt der Ratgeber GLP-1.

PräparatWirkstoffzugelassen fürAnwendungGewichtsabnahme in der Zulassungsstudie
WegovySemaglutidGewichtsregulierung; Injektion auch für Jugendliche ab 12 JahrenSpritze einmal wöchentlich bis 2,4 mg, bei Bedarf 7,2 mg; oder Tablette täglich bis 25 mgSTEP 1: im Mittel 14,9 % nach 68 Wochen, Placebo 2,4 %
MounjaroTirzepatidGewichtsregulierung bei Erwachsenen und Typ-2-Diabetes ab 10 JahrenSpritze einmal wöchentlich, 2,5 mg bis höchstens 15 mgSURMOUNT-1: im Mittel 16,0 bis 22,5 % nach 72 Wochen je nach Dosis, Placebo 2,4 %
OzempicSemaglutidnur Typ-2-DiabetesSpritze einmal wöchentlich, 0,25 mg bis höchstens 2 mgnicht zur Gewichtsregulierung zugelassen
SaxendaLiraglutidGewichtsregulierung; eigene Kriterien für Kinder ab 6 und JugendlicheSpritze einmal täglich, 0,6 mg bis 3,0 mgStudie 1: im Mittel 8,0 % nach 56 Wochen, Placebo 2,6 %

Welche Präparate sind zur Gewichtsreduktion zugelassen?

Zur Gewichtsregulierung zugelassen sind Wegovy mit Semaglutid, Saxenda mit Liraglutid und Mounjaro mit Tirzepatid. Ozempic ist es nicht.

Die Zulassung gilt zudem nicht für jede Person mit dem Wunsch abzunehmen. Sie ist an einen Body-Mass-Index gebunden, der in der Fachinformation genannt wird, und an das Vorliegen einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung, wenn der Index niedriger liegt. Ebenso ausdrücklich formuliert ist der Rahmen: Die Arzneimittel sind als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung zugelassen, nicht als Ersatz dafür. In den Zulassungsstudien wurden die Ergebnisse mit diesem Begleitprogramm erzielt.

Für Kinder, Jugendliche, Schwangerschaft und Stillzeit gelten je nach Präparat unterschiedliche Regeln. Semaglutid wird laut Fachinformation mindestens zwei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt, Tirzepatid mindestens einen Monat vorher; Liraglutid wird abgesetzt, sobald eine Schwangerschaft gewünscht ist oder eintritt. In der Stillzeit darf Semaglutid nicht angewendet werden, Liraglutid soll nicht angewendet werden, während die Fachinformation von Mounjaro eine Anwendung in der Stillzeit für erwägbar hält. Wer eine Schwangerschaft plant, bespricht das deshalb vorher ärztlich.

Mounjaro vs Wegovy: was zeigt der direkte Vergleich?

Für diese Frage gibt es eine direkte Vergleichsstudie. In SURMOUNT-5 erhielten 751 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht und einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung 72 Wochen lang entweder Tirzepatid 15 mg oder Semaglutid 2,4 mg einmal wöchentlich; wer die Dosis nicht vertrug, erhielt 10 mg beziehungsweise 1,7 mg. Das Körpergewicht sank im Mittel um 21,6 % unter Tirzepatid und um 15,4 % unter Semaglutid. Diese Mittelwerte sagen nichts darüber, wie stark ein einzelner Mensch anspricht.

Praktische Unterschiede gibt es ebenfalls. Wegovy gibt es als Spritze und als Tablette, Mounjaro nur als Spritze. Eine vergessene Wochendosis wird bei Wegovy innerhalb von 5 Tagen nachgeholt, bei Mounjaro innerhalb von 4 Tagen. Für Wegovy beschreibt die Fachinformation zusätzlich die Studie SELECT bei Erwachsenen mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung und einem BMI ab 27 ohne Diabetes: Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse traten unter Semaglutid 2,4 mg bei 6,5 % auf, unter Placebo bei 8,0 %. Welches Präparat infrage kommt, hängt von Diagnose, Begleiterkrankungen, Verträglichkeit und Lebensumständen ab und ist eine ärztliche Entscheidung.

Ist Mounjaro besser als Ozempic?

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, weil die beiden Präparate nicht dasselbe Anwendungsgebiet haben: Ozempic ist nur zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen, Mounjaro zusätzlich zur Gewichtsregulierung. Für den Typ-2-Diabetes gibt es einen direkten Vergleich: In der Studie SURPASS-2 erhielten 1879 Erwachsene zusätzlich zu Metformin 40 Wochen lang Tirzepatid oder Semaglutid 1 mg. Der Langzeitzuckerwert HbA1c sank unter Tirzepatid 15 mg um 2,46 Prozentpunkte, unter Semaglutid 1 mg um 1,86; das Körpergewicht um 12,4 kg gegenüber 6,2 kg.

Verglichen wurde dabei Semaglutid 1 mg, nicht die inzwischen zugelassene Höchstdosis von 2 mg. Ob ein Präparat für Sie besser geeignet ist, hängt neben der Wirkung auf Blutzucker und Gewicht von Nierenfunktion, Begleiterkrankungen, Verträglichkeit und Kostenübernahme ab. Ein Wechsel ist eine ärztliche Entscheidung.

Wie werden die Präparate angewendet?

Ozempic und Saxenda werden mit einem Fertigpen, Mounjaro mit einem Fertigpen oder aus einer Durchstechflasche unter die Haut gespritzt, in Bauch, Oberschenkel oder Oberarm; Wegovy gibt es als Fertigpen, als Fertigspritze und als Tablette. Saxenda wird täglich gespritzt, Wegovy, Ozempic und Mounjaro einmal wöchentlich, die Wegovy-Tablette wird täglich auf nüchternen Magen eingenommen.

Gemeinsam ist allen ein einschleichendes Dosierungsschema über mehrere Wochen. Der Grund ist die Verträglichkeit: Wird gleich mit einer hohen Dosis begonnen, sind Übelkeit und Erbrechen deutlich häufiger. Wie bei schlechter Verträglichkeit vorzugehen ist, regelt jede Fachinformation selbst: Bei Wegovy kann die Steigerung verzögert oder auf die vorherige Stufe zurückgegangen werden, bei Saxenda ist nach zwei Wochen ohne Verträglichkeit der nächsten Stufe ein Abbruch zu erwägen. Die Steigerungsschritte und die jeweilige Erhaltungsdosis stehen in der Fachinformation des konkreten Präparats und unterscheiden sich zwischen ihnen; Zahlen aus einem Forum oder aus einem anderen Präparat lassen sich nicht übertragen.

Beim Wochenpräparat wird ein fixer Wochentag gewählt und beibehalten. Pens und Fertigspritzen werden vor dem ersten Gebrauch im Kühlschrank aufbewahrt, angebrochene Pens dürfen je nach Präparat für eine begrenzte Zeit bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Auch das steht in der Packungsbeilage und ist nicht bei allen Präparaten gleich.

Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten auf?

Im Vordergrund stehen Beschwerden des Magen-Darm-Trakts: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Aufstoßen und Völlegefühl. Sie sind zu Beginn und nach jeder Dosissteigerung am ausgeprägtesten und nehmen bei vielen Anwenderinnen und Anwendern im Verlauf ab.

Hilfreich sind kleinere Portionen, langsames Essen, weniger fettreiche Speisen und ausreichend Flüssigkeit. Anhaltendes Erbrechen und starker Durchfall sind nicht nur unangenehm, sondern führen zu Flüssigkeitsverlust und können die Nierenfunktion belasten; das gehört ärztlich abgeklärt, ohne damit zuzuwarten.

Seltener, aber relevant sind Gallensteine und Gallenblasenentzündungen, insbesondere bei rascher Gewichtsabnahme, sowie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, sind ein Warnzeichen und gehören ärztlich beurteilt. Bei bestehender diabetischer Netzhauterkrankung ist eine augenärztliche Kontrolle vorgesehen, weil eine rasche Verbesserung der Blutzuckerwerte den Befund vorübergehend verschlechtern kann. Die vollständige Aufzählung samt Häufigkeitsangaben steht in der Fachinformation, nicht in einem Blogbeitrag.

Wer darf diese Arzneimittel nicht anwenden?

Als Gegenanzeige führen die europäischen Fachinformationen allein die Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil auf. In Tierversuchen wurden bei Nagern Schilddrüsen-C-Zell-Tumoren beobachtet. Für Semaglutid und Liraglutid stufen die Fachinformationen die Bedeutung für den Menschen als gering ein, ohne sie ganz auszuschließen; für Tirzepatid ist die Relevanz laut Fachinformation nicht bekannt. Ein medulläres Schilddrüsenkarzinom oder eine multiple endokrine Neoplasie Typ 2 in der eigenen oder familiären Vorgeschichte nennen die europäischen Fachinformationen nicht als Gegenanzeige. Sprechen Sie eine solche Vorgeschichte und jede bestehende Schilddrüsenerkrankung trotzdem an; ob eine Verordnung vertretbar ist, entscheidet der Arzt im Einzelfall.

Vorsicht ist außerdem geboten bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse in der Vorgeschichte, bei ausgeprägten Magenentleerungsstörungen und bei schwerer Nieren- oder Lebererkrankung. Wer gleichzeitig Insulin oder ein Sulfonylharnstoffpräparat einnimmt, hat ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen; die Dosis dieser Begleitmedikamente wird in der Regel angepasst, und das ist eine ärztliche Entscheidung, keine Eigenregie.

Weil die Magenentleerung verlangsamt wird, kann die Aufnahme anderer Arzneimittel verändert sein. Wer eine Therapie mit engem Wirkbereich führt, etwa eine Schilddrüsen- oder eine gerinnungshemmende Behandlung, bespricht das ausdrücklich. Für orale Verhütungsmittel ist die Frage bei starkem Erbrechen ebenfalls relevant.

Welche Abnehmspritze ist die beste?

Eine beste Abnehmspritze für alle gibt es nicht, und die Frage lässt sich nur anhand der Studien und der persönlichen Situation beantworten. In den direkten Vergleichsstudien nahmen die Teilnehmenden unter Tirzepatid mehr ab als unter Semaglutid (SURMOUNT-5) und unter Semaglutid mehr als unter Liraglutid (STEP 8, im Mittel 15,8 % gegenüber 6,4 % nach 68 Wochen). Diese Mittelwerte verdecken eine große Streuung, und ein Teil der Behandelten spricht auf jedes der Präparate kaum an.

Für die Auswahl zählen außerdem die Zulassung für Ihre Situation, Begleiterkrankungen wie ein Typ-2-Diabetes, die Verträglichkeit, die Darreichungsform, die Pläne für eine Schwangerschaft und die Kosten, die bei Übergewicht meist selbst getragen werden. Ozempic gehört nicht in diese Auswahl, weil es zur Gewichtsregulierung nicht zugelassen ist. Einen Überblick über die zugelassenen Präparate gibt die Seite Abnehmspritze in Österreich.

Was kosten GLP-1-Präparate in Österreich?

In der Indikation Übergewicht werden diese Arzneimittel in Österreich in aller Regel selbst bezahlt. Der Preis hängt vom Präparat, von der Dosisstufe und von der Packungsgröße ab; verbindlich ist die Auskunft der Apotheke, die Ihnen den aktuellen Preis nennt.

Bei Typ-2-Diabetes kann eine Erstattung durch die Sozialversicherung infrage kommen. Sie ist an die Führung des Präparats im Erstattungskodex gebunden und häufig an eine Bewilligung des chef- und kontrollärztlichen Dienstes. Ob und unter welchen Voraussetzungen erstattet wird, richtet sich nach den Regeln Ihres Versicherungsträgers. Auf einem Privatrezept zahlen Sie in der Apotheke den vollen Privatverkaufspreis; für eine Verordnung zur Gewichtsregulierung ist eine Erstattung die Ausnahme.

Unabhängig davon: Das Honorar für eine ärztliche Beurteilung und das Arzneimittel sind zwei getrennte Beträge. Das Honorar für die ärztliche Beurteilung im Bereich Adipositas-Behandlung wird Ihnen vor der Bezahlung angezeigt; es deckt die ärztliche Beurteilung ab, nicht die Ausstellung eines Dokuments, und nicht das Arzneimittel. Lehnt der Arzt eine Verordnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen ab, erstatten wir das Honorar. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage; wir erinnern Sie daran und verlängern die Frist, wenn Sie das möchten. Kommt die Prüfung trotzdem nicht zum Abschluss, beenden wir die Anfrage und zahlen das Honorar in voller Höhe zurück.

Was passiert nach dem Absetzen?

Die Wirkung auf Appetit und Sättigung endet mit dem Präparat. In den Studien STEP 4 mit Semaglutid und SURMOUNT-4 mit Tirzepatid wurde ein Teil der Teilnehmenden nach einigen Monaten Behandlung auf Placebo umgestellt; bei ihnen stieg das Gewicht danach deutlich wieder an, blieb im Mittel aber unter dem Ausgangsgewicht vor Behandlungsbeginn.

Das ist kein Argument gegen die Behandlung, sondern eines für ihre Planung. GLP-1-Präparate sind keine Kur mit definiertem Ende, sondern Teil einer längerfristigen Strategie, in der Ernährung, Bewegung und Muskelerhalt die Arbeit übernehmen, die das Arzneimittel allein nicht leistet. Ein Absetzen ohne Anschlussplan führt regelmäßig zurück zum Ausgangspunkt.

Besprochen gehört das vor Beginn, nicht danach. Dazu zählt auch die Frage, wie die Ernährung in der Phase der Gewichtsabnahme genügend Eiweiß liefert, damit der Verlust überwiegend Fettmasse betrifft.

Wie läuft die ärztliche Beurteilung für eine GLP-1-Therapie ab?

Über unsere Leistung Adipositas-Behandlung beurteilt der Arzt den Beginn ebenso wie die Fortführung einer GLP-1-Therapie. Für eine Weiterverordnung braucht er Angaben zu Präparat, Dosis und Verträglichkeit; neue Beschwerden können eine Untersuchung vor Ort nötig machen. Für einen Beginn muss sich aus dem Fragebogen eine klare Indikation nach den Vorgaben der Zulassung ergeben; der Arzt kann aktuelle Werte zu Gewicht und Taillenumfang oder Laborwerte anfordern oder eine Untersuchung in einer Ordination empfehlen. Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus: aktuelles Gewicht und Körpergröße, Diagnose, Begleiterkrankungen und weitere Arzneimittel, bei laufender Behandlung auch Präparat und Dosisstufe, Beginn der Behandlung und bisherige Verträglichkeit.

Ein approbierter Arzt beurteilt diese Angaben und fordert bei Bedarf Unterlagen an, etwa den letzten Befund. Eine Telekonsultation gibt es nicht, also kein Video, kein Telefonat und kein Live-Chat; das Verfahren ist bewusst schriftlich. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Fällt die Beurteilung positiv aus, erhalten Sie ein Privatrezept als PDF per E-Mail und legen es am besten innerhalb eines Monats in einer Apotheke vor, weil ein Rezept seine Gültigkeit verliert, wenn die erste Abgabe nicht spätestens einen Monat nach dem Ausstellungsdatum erfolgt. Die Abgabe liegt im Ermessen der Apotheke, die jedes Rezept selbst prüft. Der Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel nach Österreich ist nicht zulässig, per E-Mail kommt daher ausschließlich das Dokument. Bei unklarer Diagnose, bei Warnzeichen oder bei fehlenden Kontrollen kann der Arzt ablehnen und eine persönliche Untersuchung empfehlen.

Autor und medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o. Eine ärztliche Beurteilung Ihres Falls kann dieser Text nicht ersetzen.

Ist Ozempic zum Abnehmen zugelassen?

Nein. Ozempic ist zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen. Zur Gewichtsregulierung zugelassen sind Wegovy, Saxenda und Mounjaro. Eine Anwendung von Ozempic zum Abnehmen erfolgt außerhalb der Zulassung und ist keine Verordnung, die wir vornehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Wegovy und Mounjaro?

Wegovy enthält Semaglutid und wirkt am GLP-1-Rezeptor. Mounjaro enthält Tirzepatid und wirkt zusätzlich am GIP-Rezeptor. Beide werden einmal wöchentlich gespritzt, Wegovy gibt es zusätzlich als Tablette, und beide sind zur Gewichtsregulierung zugelassen. In der direkten Vergleichsstudie SURMOUNT-5 nahmen die Teilnehmenden nach 72 Wochen unter Tirzepatid im Mittel 21,6 % ab, unter Semaglutid 15,4 %. Welches Präparat infrage kommt, hängt von Diagnose, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit ab und wird ärztlich entschieden.

Ist Mounjaro besser als Ozempic?

Das hängt vom Ziel ab, weil Ozempic nur zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassen ist, Mounjaro auch zur Gewichtsregulierung. Bei Typ-2-Diabetes senkte Tirzepatid in der Studie SURPASS-2 den Langzeitzuckerwert und das Gewicht stärker als Semaglutid 1 mg. Ob ein Präparat für Sie besser geeignet ist, hängt aber auch von Verträglichkeit, Begleiterkrankungen und Kostenübernahme ab und ist eine ärztliche Entscheidung.

Welche Abnehmspritze ist die beste?

Eine beste für alle gibt es nicht. In direkten Vergleichsstudien nahmen Teilnehmende unter Tirzepatid mehr ab als unter Semaglutid und unter Semaglutid mehr als unter Liraglutid, die Streuung zwischen einzelnen Personen ist aber groß. Für die Auswahl zählen Zulassung, Begleiterkrankungen, Verträglichkeit, Darreichungsform und Kosten; Ozempic ist zur Gewichtsregulierung nicht zugelassen.

Kann man von Wegovy auf Mounjaro umsteigen?

Ein Wechsel ist möglich, aber eine ärztliche Entscheidung. Die Fachinformationen enthalten kein Schema, nach dem sich Semaglutid- und Tirzepatid-Dosen ineinander umrechnen lassen; Mounjaro beginnt laut Fachinformation mit 2,5 mg einmal wöchentlich und wird in Schritten von 2,5 mg gesteigert. Zwei Präparate dieser Gruppe werden nicht gleichzeitig angewendet.

Übernimmt die Sozialversicherung die Kosten?

In der Indikation Übergewicht ist eine Erstattung die Ausnahme. Bei Typ-2-Diabetes kann eine Erstattung infrage kommen, meist gebunden an eine Bewilligung des chef- und kontrollärztlichen Dienstes; die Voraussetzungen richten sich nach den Regeln Ihres Versicherungsträgers. Auf einem Privatrezept zahlen Sie den vollen Privatverkaufspreis. Auskunft gibt Ihr Versicherungsträger.

Wie lange dauert die Übelkeit am Anfang?

Übelkeit tritt vor allem zu Beginn und nach jeder Dosissteigerung auf und nimmt bei vielen Anwenderinnen und Anwendern im Verlauf ab. Kleinere Portionen, langsames Essen, weniger Fett und ausreichend Flüssigkeit helfen. Anhaltendes Erbrechen gehört ärztlich abgeklärt, weil Flüssigkeitsverlust die Nieren belastet.

Nimmt man nach dem Absetzen wieder zu?

In den Studien STEP 4 und SURMOUNT-4 stieg das Gewicht bei Teilnehmenden, die nach einigen Monaten auf Placebo umgestellt wurden, deutlich wieder an, blieb im Mittel aber unter dem Ausgangsgewicht. Deshalb gehört die Frage, wie es nach der Behandlung weitergeht, an den Anfang der Planung und nicht ans Ende.